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Verbale Befreiungsschläge
necropedophil, 9.12.2004 22:31 MEZ


 
Nun, geschätzte Mitspinner und -spinnen, heute begab es sich, daß mir die aktuelle Uni-Press ins Haus flatterte. Und wie es sich mit diesem Machwerk nun einmal so verhält besteht in meiner Wohnung nur eine makroskopische Population dieser Spezies, nämlich in der Rundablage.

Dieses spezielle Exemplar erregte jedoch meine Aufmerksamkeit. Nicht mit dem reißerischen Titel "Verbale Befreiungsschläge", wo sich wohl - wie ich zu diesem Zeitpunkt noch dachte - ein paar geistige Tiefflieger über das neue HSG auslassen würden (zu diesem Thema läßt sich mein Standpunkt mit den Worten unserer inselbewohnenden Freunde kurz und prägnant zu "i could not care less" zusammenfassen), nein, unter diesem ominösen Titel erschien doch glatt ein Interview mit unser aller Idol Josef Hader.

Schon der Beginn ist ein unglaublicher Brüller...

Krainer: Von LehrerInnen?

Hader: Nein. von Mitschülern. Also, nie von Frauen.*

(Jetzt aufpassen, denn jetzt kommts. Dieser Asterisk verweist auf eine Fußnote...)

*Er hat den geschlechtergerechten Sprachgebrauch nicht bedacht.

Kurzzeitig war es mir ein völliges Rätsel, was denn diese ominöse Isabella Krainer, die mir schon im vorderen Teil des Blattes statt mit der gewöhnlichen Kolumne diesmal mit einer spaltenfüllenden web-Adresse (weiß auf schwarzem Grund) aufgefallen war. (Das hat vermutlich irgend eine unverständliche Symbolwirkung, auf mich wirkt es eher wie eine Verschwendung von Druckerschwärze, wie es eben Dampfplaudern normalerweise ist.)

Doch nein, wie Schuppen fiel es mir von den Augen. Die gute Isabella (ihres Zeichens Vorzeige-Schlampe der PUFL-GRAS, deshalb auch die informativen Betrachtungen am Anfang der Uni-Press) hat doch tatsächlich "Lehrerinnen" gesagt und gemeint, man müßte das Binnen-I doch wohl heraushören.

Was lerne ich daraus?

Vielleicht gibt es irgendwo eine feministische Sprachschule, die eine eigene Aussprache dieser sowieso schon eigenartigen Wortschöpfungen kreiert hat, die jedem Normaldenkenden aber nicht auffällt oder nonchalant übergangen wird.

Zweite Möglichkeit: Die hochwohlgeborene Frau Krainer versteht unter "geschlechtergerechtem Sprachgebrauch" die Anwendung der weiblichen Form.

Drittens: (und ich gebe zu, damit verallgemeinere ich vielleicht ein wenig...) Den ÖH-lern fehlt es einfach so weit, daß es jeder Beschreibung spottet.

Da kann mich das Gezeter um ein neues HSG gar nicht berühren, mir stellt sich nicht die Frage, ob diese Vertreter (nicht nur in der Bundesvertretung, sondern überall) direkt oder indirekt gewählt werden.

Was ich wirklich wissen möchte: Wieso werden solche Leute überhaupt gewählt? Und wozu sind sie überhaupt gut?

Jetzt wage ich es sogar mir eine Anleihe an der österreichischen Tagespolitik zu nehmen und meinerseits eine Rücktrittsforderung auszusprechen, und hier darf sich ein jeder ÖH-ler gleich welcher couleur angesprochen fühlen: Tretet alle geschlossen zurück, bezeichnet es von mir aus als symbolische Handlung gegen den Demokratieabbau, aber haut endlich ab.

Und nein, meine totale Ablehnung jeder ÖH-Politik liegt nicht an der totalen Inhaltlosigkeit derselben, die mit Protesten gegen praktisch jedes Gesetz zu kaschieren versucht wird, es ist mehr die absolute Hirn- und Sinnlosigkeit der ÖH als Ganzes und deren Vertreter im Speziellen.

Freiheit für die Studenten! Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft!

8 Kommentare (< 5818 T)


Paulchen P, 21.12.2004 12:10 MEZ

meiner Meinung nach wir hier ja viel zu viel aufhebens um die ergüsse eines Menschen gemacht, der sich selbst necropedophil nennt...

aber was solls, wenn leute sonst nix zu tun haben, regen sie sich halt über dinge auf, die sie nicht verstehen.


mage, 10.12.2004 10:32 MEZ

In meinem kranken Hirn sind natürlich sofort Spekulationen darüber aufgetaucht, was im Interview davor stand - denn offenbar bezieht sich die Frage auf zuvor geäusserte Dinge. z.B.:

Krainer: Fühlten sie sich in der Schule von anderen Personen sexuell angezogen?

Hader: Ja, ich kann mich da schon dran erinnern.

Krainer: Von LehrerInnen?

Hader: Nein. von Mitschülern. Also, nie von Frauen.


R.U.GAY, 10.12.2004 10:13 MEZ

Hasta la vitoria siempre! Vinceremos!

Ihr werdet den Zeitpunkt der Revolution merken, wenn ich mein Blog-Synonym in "Subcommandante-R.U.GAY" umwandle. Dann heißt es sich in den Häusern zu verbarrikadieren und die Gewalt auf den Strassen und im Parlament über den zu diesem Zeitpunkt schon längst zum offiziellen "Hammer und Sichel"-Propaganda-Sender umfunktionierten ORF mitzuverfolgen.

"Völker hört die Signale, auf zum letzten Gefecht..."


necropedophil, 10.12.2004 8:56 MEZ

Der Herr Ronald Ulrich Gay hat auch einen 5-Jahres-Plan für eine kommunistische Revolution, da hat er natürlich gern ein paar Dumpfbacken mit Superkleber auf ihren Posten sitzend, und nicht Leute die erstens wirklich was tun und zweitens vielleicht noch von den Wählern verteidigt würden.


ledo, 10.12.2004 8:47 MEZ

Interessant finde ich Folgendes: Der Herr Philipp Necropedo sagt, dass er findet, dass die ÖH-Politik total inhaltslos ist, und dass die ganze ÖH hirn- und sinnlos ist, im Speziellen ihre Vertreter.

Und der Herr Ronald Ulrich Gay sagt drauf: Stimmt genau, nur brauchen wir solche Leute, damit sie später 'echte' Politiker werden.

Beunruhigend.


schwarzerkaffee, 10.12.2004 8:22 MEZ

Genau! Machen wir es einfach so, dass man am Amfang vom Studium frei wählen kann, ob man der ÖH beitreten will oder nicht. Entscheidet man sich für eine Mitgliedschaft, so ist ein symbolischer Obulus von € 500 zu entrichten. Muahahah.


ledo, 10.12.2004 8:17 MEZ

OK, aber eine Pflichtmitgliedschaft braucht man deswegen noch lang nicht.


R.U.GAY, 10.12.2004 8:03 MEZ

Schön formuliert, Pedo, aber ich halte die ÖH dennoch für sinnvoll. Wenigstens, dass dem Parlament nicht die Nachwuchs-Politiker ausgehen, ansonsten haben wir wieder solche Versuche wie Patrick Ortlieb (Schirennläufer). Denn ich möchte nicht Assinger oder manch "mundlesken" Fussballspieler als meine Volksvertreter wissen.


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