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Literaturnobelpreis für Elfriede Jelinek
matz, 7.10.2004 15:21 MEZ


 
"Die Schwedische Akademie zeichnete die österreichische Autorin für "den musikalischen Fluss von Stimmen und Gegenstimmen in Romanen und Dramen, die mit einzigartiger sprachlicher Leidenschaft die Absurdität und zwingende Macht der sozialen Klischees enthüllen" aus
Erste Reaktion: Jelinek wird nicht nach Stockholm fahren, der Preis sei keine "Blume im Knopfloch für Österreich" "
(http://derstandard.at/?id=1817234)

Vielleicht sollten wir Elfriede Jelinek in unsere Gesellschaft aufnehmen. Es würde sich äußerst gut machen, wenn wir einen Nobelpreisträger in unseren Reihen hätten, wenn auch die Bezeichnung InfMathPhys eine andere Disziplin suggeriert. Außerdem könnte sich Jelinek mit uns sicher besser identifizieren als mit Österreich.

16 Kommentare (< 6029 T)


griff, 8.10.2004 17:01 MEZ

sehr richtig! genau meine meinung. :)
.oO(wobei wir die aussage ueber den Stuhlgang relativieren sollen, denn es gibt leute die groggy genug sind um der Farbe ihres morgendlichen Stuhlgangs mehr Bedeutung zuzumessen als diese verbalen erguesse es verdient haetten)


necropedophil, 8.10.2004 16:37 MEZ

Wenn das Wort "Gesellschaftskritik" mich meist schon zu einem klassischen "mhm, Fresse Junge!" tendieren laesst, werde ich mich doch zu der fundamentaleren Aussage

"Gesellschaftskritik ist in etwa so brauchbar wie Krebs"

durchringen. (Vor allem wenn sie in einer Form praesentiert wird, die zu durchschauen nur gestandene Intellektuelle sich die Muehe machen, die dann aufgrund geistiger Umnachtung eh wieder unfaehig sind, selbige als Motivation jedweder konstruktiver Aktion zu verwenden.)

Denn eines sage ich Euch, oh meine Brueder. Man kann zwar mittags in der Mensa sitzen und bloed uebers Essen reden, doch diesen verbalten Erguessen eine groesse Bedeutung zuzumessen als der Faerbung des morgendlichen Stuhlgangs erscheint wohl nicht angebracht.


E. Jelinek, 8.10.2004 13:21 MEZ

Das ist schließlich auch die Aufgabe einer Schriftstellerin, die gesellschaftskritische Werke schreibt.


roli, 8.10.2004 13:14 MEZ

Elfriede Jelinek polarisiert InfMathPhys! Sehr gut.


mage, 8.10.2004 11:31 MEZ

Naja, die dämliche Wählerschaft muss irgendwie bestraft werden. Wenn EU-Sanktionen nicht helfen, dann vielleicht Kulturentzug. Wobei ich das sehr anzweifle, hat eher die gegenteilige Wirkung.


necropedophil, 8.10.2004 9:39 MEZ

Ich hab ja gar nicht gewusst dass die gute so eine Witzfigur ist...

Zweimal schon hat Elfriede Jelinek ein Aufführungsverbot für ihre Stücke für Österreich verhängt, 1996 im Gefolge des Ressentiment-getragenen FPÖ-Wahlkampfs und nach der Regierungsbeteiligung der FPÖ 2000. Dazwischen lag die Maßstäbe setzende Realisierung von Ein Sportstück durch Einar Schleef am Burgtheater.
(derstandard.at)


mage, 7.10.2004 17:16 MEZ

P.S. das Streaming des Lieds klappt bei mir leider nicht...


mage, 7.10.2004 17:15 MEZ

Ich wollte absichtlich auf den schönen Werbeslogan und das tolle Lied von C-60 (zu finden im FM4 Soundpark - http://fm4.orf.at/soundpark/c/c60/main?tmp=9368) anspielen. Wahrheit und Erfolg liegen ja prinzipiell eher nicht nahe beieinander. ;-)


griff, 7.10.2004 16:21 MEZ

(Vorschlag 2.0)
InfMathPhys - Wahrheit durch Absurdität


mage, 7.10.2004 16:15 MEZ

Wundervoll roli, das bringt mich auf den Vorschlag eines Mottos, das ich hier präsentieren wollte. Das offizielle IMP-Motto (Vorschlag 1.0):

"InfMathPhys - ERFOLG DURCH ABSURDITÄT."


matz, 7.10.2004 15:55 MEZ

Stellt sich die Frage was mehr hermacht: Ein "Bakk. techn." oder ein Nobelpreisträger...


roli, 7.10.2004 15:55 MEZ

Ich übrigens auch nicht. Trotzdem bin ich dabei, denn wie A.Camus sehe ich in der Revolte gegen die Absurdität die Sinnhaftigkeit des Lebens. Und nichts ist absurder als dieser Blog.


griff, 7.10.2004 15:52 MEZ

wenn die reinkommt, dann geh ich... :)


mage, 7.10.2004 15:37 MEZ

Nach der Konfrontation von Fr. Jelinek mit dem Vorschlag, dem InfMathPhys-Konsortium beizutreten, meinte dieses gegenüber der Presse:
"Ich bin nicht körperlich krank, aber psychisch nicht in der Lage, mich dem persönlich auszusetzen."


matz, 7.10.2004 15:35 MEZ

Ich war vor vielen Jahren einmal bei der Laaaangfassung des "Sportstückes" (> 5h) und ganz begeistert von der einzigartigen sprachlichen Leidenschaft, welche die Absurdität und zwingende Macht sozialer Klischees enthüllte. Ich zitiere: "Menschenriegel, Müslifresser, Menschenriegel, Müslifresser, Menschenriegel, Müslifresser, usw." Auf Schwedisch kommt das sicher nicht so gut rüber.


R.U.GAY, 7.10.2004 15:30 MEZ

Ich zitiere Pedophill:"Ich weiß warum sie den Nobelpreis erhalten hat...glaubst du ein Schwede liest deutsche Bücher?"
Anders kann ich mir das auch ned erklären...


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